Tipps zum Bootskauf

Wer sich für die O-Jolle entscheidet, sollte zuerst überlegen, wieviel Geld er in die Hand nehmen möchte.

Neue Boote sind aufwendig zu bauen und somit teuer. Gute und schnelle Gebrauchtboote sind hingegen oft zu einem Bruchteil des Neupreises erhältlich.

 

Nachfolgend eine Übersicht für potenzielle Bootskäufer.

Neue Boote

Eine neue O-Jolle kostet zwischen 17.000 und 27.000 Euro.

Für Zubehör wie Trailer, Segel und Persennings muss man noch einmal ca. 5.000 Euro einkalkulieren, um sich voll ausgerüstet auf den Weg zur ersten Regatta machen zu können.

Für einen Neubau kann man sich derzeit an folgende Werften wenden

(in alphabetischer Reihenfolge):

 

Deutschland:

Holland:

Gebrauchtboote

Die O-Jolle gibt es seit über 80 Jahren und somit sind viele Boote verschiedenen Alters am Markt. Sie ist stabil gebaut und kann bei entsprechender Pflege viele Jahre gesegelt werden.

 

Hier ist oft weniger das Alter, als der Zustand entscheidend. Gebrauchtboote gibt es teilweise sehr günstig (wenige hundert Euro), wobei man hier aufpassen muss, sich nicht einen hoffnungslosen Sanierungsfall nach Hause zu holen. Vor allem bei Holzbooten können versteckte Schäden sehr aufwendige und kostspielige Reparaturen nach sich ziehen.

 

Für ein neues Profilruder und ein Regattasegel (soferne nicht bereits dabei) sollte man jeweils ca. 1.000 Euro einkalkulieren. Auch die Pflege ist ein Thema: Je mehr Holz, desto pflegeintensiver. Zum Regattasegeln muss auf Dinge wie verstellbare Wanten und eine hochwertige Beschlags-Ausrüstung geachtet werden. Solche konkurrenzfähigen Boote bekommt man gebraucht ab ca. 3-4 Tausend Euro.

 

Für ein schönes, modernes Regattaboot sollte man ca. 10-15 Tausend Euro budgetieren. Gute Boote sind gefragt und oft innerhalb kurzer Zeit verkauft.

 

Prinzipiell kann man bei gebrauchten O-Jollen drei Varianten unterscheiden:

  • Holzboote beplankt, ohne verstellbare Wanten sind eher für gemütliche Spazierfahrten geeignet. Auf Klassenregatten hat man damit kaum Chancen. Auf Oldtimerregatten kann aber auch so eine alte O-Jolle viel Freude bereiten.
  • Holzboote beplankt, mit modernem Rigg und verstellbaren Wanten können mit modernen Booten mithalten. Sie erfreuen sich vor allem in Österreich bei Traditionsboot-Freunden großer Beliebtheit.
  • Kunststoffboote bzw. formverleimte Holzboote mit verstellbaren Wanten sind die richtige Wahl für den ambitionierten Regattasegler. Diese Boote sind pflegeleicht und in der Regel mit allen Trimmeinrichtungen ausgestattet, um eine O-Jolle schnell zu machen.

Häufig angebotene Boote (alphabethisch):

  • Fricke und Danhus

Rumpf: Holz

Deck: Holz

  • Kother

Rumpf: Holz oder Polyester

Deck: Holz

Kother-Boote sind heute vor allem bei Leichtwind konkurrenzfähig.

  •  Linnekuhl

Rumpf: Polyester

Deck: Holz

Sehr verbreitete und erfolgreiche Rumpfform, die von anderen Werften teilweise übernommen wurde.

  •  Martin Herbst

Rumpf: Polyester

Deck: Holz

Hat vor einigen Jahren die original Linnekuhl-Form gekauft.

  •  Niederländer

Rumpf: Holz

Deck: Holz

  •  Mik

Rumpf: Polyester

Deck: Polyester

Sehr robuste, günstige Boote.

Seit Anfang der 90er Jahre (ab NED 460) verwendet Mik die Linnekuhl-Rumpfform.

Ältere Boote haben einen tiefen Cockpitboden, der großgewachsenen Personen bei Manövern zu Gute kommt.

  •  Thomas Bergner Bootsbau

Rumpf: Polyester oder Epoxy

Deck: Holz oder Polyester in moderner Optik

Zwei verschiedene Bootsformen, U50 und Ü50.

Die U50 muss aktiver und aufrechter gesegelt werden und erfordert somit mehr körperlichen Einsatz. Die Ü50 Form kann auch mit etwas mehr Schräglage gesegelt werden. Auf Wunsch gibt es eine komplexe zentrale Wanten-Verstellung.

  •  Van Eijk

Rumpf: Polyester oder Epoxy

Deck: Holz

Linnekuhl-Rumpfform

Bei der MKII-Version wurde der Rumpf leicht modifiziert.

Gefragte Boote, vor allem in Holland sehr verbreitet.

  •  Vötterl
Rumpf: Holz
Deck: Holz
Formverleimte Holzboote, die auch heute noch sehr erfolgreich bei Regatten
segeln.

 

Masten:

  • Needlespars

Weit verbreitetes und bewährtes Mastprofil vor allem auf älteren Booten. Eher schwer. Blacktop, mit schwarzem Top ist er etwas weicher und somit gut für leichte Segler geeignet.

  •  AG+

Ähnliches Profil wie der Superspars

  •  Superspars M6

Aktuell bei Neubooten meist verbauter Mast. Viele Regattasegler haben auf dieses Modell gewechselt.

  •  Emetti

Startboot Profil, sehr steif, teuer

  •  Yatal

Sehr weicher schweizer Mast für Leichtgewichte. Man erkennt ihn an der roten Farbe.

 

Segel:

Ambitionierte Regattasegler kaufen jedes Jahr ein neues Segel. Das ist aber keinesfalls notwendig. Auch mit einem 3-4 Jahre alten Segel kann man vorne mitsegeln.

 

Segelmacher 

 

Größere Gebrauchtbootmärkte:
gibt es auf den Seiten der deutschen und der holländischen Klassenvereinigung.

Interessant für Bootskäufer ist evtl. auch die Materialkombination der ersten 10 Boote der deutschen Rangliste.